Lima gilt als die kulinarische Metropole Amerikas – hier treffen sich Speisen und Getränke der Inkas, Südeuropäer, Chinesen und Japaner. Das Ergebnis ist eine unheimliche Vielfalt an Gerichten mit den undenkbarsten Kombinationen. Darauf sind die Peruaner auch sehr stolz.

Durch den Einfluss der chinesischen Küche ist Reis das Hauptnahrungsmittel. Isst man in einem „Comedor”, einer Art Gemeinschaftsküche für die Bewohner, gibt es zunächst eine Suppe mit Nudeln und Hühnchenklein. Als zweite Speise bekommt man Reis mit Bohnen, und als Beilage scharfes Rokotopüree, vergleichbar mit Chili. Die Portionen sind so riesig, dass man nach dieser Mahlzeit eigentlich genug für den ganzen Tag hat.
Selbst arme Peruaner können sich Hühnchenfleisch leisten, da sie in Massen aufgezogen werden. In meiner Unterkunft gibt es jeden Tag ein Gericht mit Hühnchen, anderes Fleisch gibt es kaum. Ein Grund könnte sein, dass Hühnchenfleisch das Erschwinglichste in Bezug auf Futtermenge pro Kilo Fleisch ist ( 3 kg Tierfutter = 1 kg Hühnchen ). Dementsprechend sind Eier sehr günstig, für einen Euro bekommt man 14 Eier.
Doch es ist nicht alles preiswert. Brot zum Beispiel, und auch Milch und Bier ist hier etwa so teuer wie in Deutschland. Wirft man einen Blick auf andere Produkte wie Elektronikgeräte oder Hygeneartikel, bezahlt man unter Umständen gar mehr als in Deutschland.
Nun aber zurück zum Essen.
An der Küste ist das berühmteste Gericht „Ceviche”, das ist roher, stark gewürzter Fisch. Probiert habe ich es bisher noch nicht. Ansonsten gibt es natürlich noch verschiedenste Fischsuppen, die man täglich isst und teilweise sehr stark sein können.
Im ganzen Land ist das beliebteste Getränk Inca Kola. Es ist unheimlich süß, süßer als viele andere Softdrinks. Peru ist das einzige Land Amerikas, in dem Coca Cola die lokalen Getränke nicht verdrängen konnte – in Folge dessen kauften sie Inca Kola.
Drei große Biermarken in Peru sind Cristal, Cuscueña und Pilsen Callao, die jedoch alle den gleichen Besitzer haben. Es ist recht stark und ungewöhnlich, anders als das deutsche und ähnelt mehr dem spanischen Bier.
Ein typisch peruanisches Getränk ist Pisco, ein Schnaps aus Trauben. Getrunken wird er mit einer Mischung aus Sirup, Zitronensaft sowie Eiswürfeln.
Zuletzt möchte ich den Coca Tee erwähnen, der wie der Name bereits sagt, aus Blättern der Koka Pflanze hergestellt wird. Er ist angenehm mild, wirkt stärkend und ist vor allem bei Durchfall und Höhenkrankheit hilfreich. Aufgrund letzterem werden die Kokablätter in den Anden vo den Menschen im Alltag gekaut, manchmal auch in Kombination mit einer Kalkpaste. Koka spielt in der Kultur der indigenen Bevölkerung eine zentrale Rolle, beispielsweise liest man aus den Blättern die Zukunft von Menschen ab.
Ich werde im Laufe des Jahres sicherlich noch vieles anderes kennenlernen, vor allem mit Mais und Kartoffeln, den wichtigsten Lebensmitteln der Inka, die auch heute in der peruanischen Küche wichtig sind.









