
Mein erstes Projekt “Our World Through Children’s Eyes” fand an der Grundschule “Virgen Immaculada” in der 6. Klasse San Bartolo statt. Das Projekt entstand in einer Zusammenarbeit von APECO, für die ich arbeite und der “Nazca Dreaming Society”, einer australischen Organisation. Es ist ein interkulturelles Projekt, an dem Schulen Australiens und Perus teilnehmen. Ziel ist es, die Welt durch die Augen der Kinder kennenzulernen und einen Austausch zwischen den Kindern der beiden Länder zu ermöglichen. Sie nehmen ihre heimische Natur wahr, hören Geschichten der Naturvölker des Landes und lernen auch die Kultur und Natur des anderen Landes kennen.
Nachdem sie auf ihre eigene und die andere Kultur sensibilisiert sind, malen sie eigene Bilder darüber, das letzte Mal lag der Schwerpunkt bei vom Aussterben bedrohten Tierarten, diesmal waren es die heimischen Landschaften.
Die Kinder verwenden verschieden Materialien, Acryl, Aquarell oder auch Wachsstifte. In den Bildern wird ihre Sichtweise auf die Natur verdeutlicht, zum Beispiel welche Werte sie verfolgen oder welche kulturelle Prägung sie haben. Anschließend werden die Bilder ausgetauscht, Kinder in Peru bekommen die Werke der australischen Kinder zu sehen. Die Gewissheit, dass ihr Bild in einem anderen Land ausgestellt wird, macht viele Kinder stolz und motiviert sie teilzunehmen.
Für mich war das Projekt als erste Erfahrung ein interessanter Einstieg in die Umweltbildung mit Kindern. Mir gefällt die Idee, den Kindern auf solch spielerische Weise ein sensibleres Bewusstsein für ihre Umwelt und die eines anderen Landes zu ermöglichen. Doch an der Umsetzung gibt es noch einiges, woran man arbeiten kann, daher bin ich gespannt, wie wir dieses Projekt weiterführen, denn es soll nach San Bartolo nun auch an anderen Orten Perus stattfinden, zuerst Huarmey, dann vielleicht Nazca und Zaña. Die Zukunft des Projekts ist auch eine Frage des Geldes – wird es Sponsoren geben, die eine Weiterführung ermöglichen?
Wie sah unsere Arbeit an dem Projekt nun konkret aus? Clemens (ein anderer deutscher Freiwilliger, der mit mir bei APECO arbeitet) und ich haben uns die Tage zuvor Kindergeschichten ausgedacht, die in der heimischen Umwelt spielen und unbewusst Prinzipien aus der Ökologie vermitteln, in meinem Fall war dies der Energiefluss, der Stoffkreislauf und die Nahrungskette. Durch die heimische Landschaft lernen die Kinder gleichzeitig einheimische Tierarten kennen. Da die Geschichte natürlich auf Spanisch sein musste, war es auch eine gute Übung, unser Spanisch zu verbessern.
Wir haben jeder in einer Klasse unsere Geschichte den Kindern vorgelesen. Als ich anfangs in die Klasse kam, hatte ich Zweifel, dass es klappt. Mein Spanisch war noch sehr schlecht, und die Kinder waren ein wenig unruhig. Als ich dann aber mit meiner Geschichte begann, wurde es stiller und die Schüler lauschten alle gespannt. Als sie anschließend Bilder zur Geschichte und der vorgestellten Landschaft malten, war ich sehr erfreut, wie viele Fragen sie an mich hatten, we sie etwas am besten zeichnen könnten, welche Farbe ein Seepferd oder Krebs eigentlich habe oder sie wollten die Geschichte noch einmal in ihren Grundzügen erneut erzählt bekommen. Anschließend waren die geplanten zwei Stunden schon vorüber – leider viel zu wenig. Doch für diesen Tag war es genug, die Geduld und Konzentration von Zwölfjährigen ist doch noch recht begrenzt.
Ich hoffe, dass ich einen kleinen Einblick in meine Arbeit geben konnte. Ich werde meine Geschichte auf Spanisch und Deutsch online stellen sowie ein paar Fotos von den Kindern und ihren Bildern.



Alles Fotos hier: hier
—————————————————————-
Die Geschichte vom Fisch Engraulis:
Es war einmal Huayna, ein kleiner Fisch. Huayna liebte das Meer und ihre Fischfamilie, besonders ihren kleinen Bruder Engraulis. Gemeinsam verbrachten sie viele glückliche Stunden, sie spielten zwischen den Wasserpflanzen, sprangen um die Wette aus dem Wasser oder versteckten sich hinter großen Steinen. Um sie herum schwärmten viele verschiedene Fische, Krebstiere und eine große Zahl an Plankton.
Eines Tages kam eine Planktonfamilie zu ihnen, traurig und wütend zugleich. “Du hast unseren Sohn aufgefressen!”, sagten sie zu Engraulis.
Als Engraulis die trauernde Familie sah, fühlte er sich sehr schlecht und beschloss, von nun an keine Tiere zu fressen, sondern sich nur noch von Pflanzen zu ernähren.
Nach einigen Tagen wurde er krank und dünn – vergeblich versuchte seine Schwester Huayna, ihn mit kleinen Wassertieren zu füttern, so dass er wieder stark und gesund werden würde. Schließlich starb Engraulis.
Huayna wurde sehr traurig.Sie ging zur Planktonfamilie, berichtete von Engraulis’ Tod und beklagte sich. Nun fühlte sich die Planktonfamilie für den Tod von Engraulis verantwortlich und alle waren traurig.
Gemeinsam vergruben Huayna und die Planktonfamilie Engraulis im Meer, direkt unter einer Wasserpflanze. Bald kamen winzig kleine Bakterien an und verwandelten den Körper zu nährstoffreicher Erde, und die Wasserpflanze wuchs zur größten und prächtigsten Pflanze in der Umgebung heran.
Viele hungrige Tiere wie der Krebs Hepatus oder das Seepferdchen Hippocampus kamen angeschwommen und ernährten sich von der großen Wasserpflanze, so dass der Tod Engraulis’ sowie des Sohnes der Planktonfamilie viele andere Leben rettete. Huayna und die Planktonfamilie verstanden nun, dass ihr Verlust ein großer Gewinn für andere ist, und dass am Ende nichts verloren geht. So hatten sie selbst nun auch keine Angst mehr, irgendwann gefressen zu werden, denn schließlich wird alles wieder zu Erde und gibt eine Grundlage für neues Leben.
——————————————————————
Las historia sobre el pez Engraulis
Había una vez una joven pez llamada Huayna. Ella amaba el mar, y a su familia de peces, especialmente a su hermano pequeño, Engraulis. Juntos habían pasado muchas horas felices, habían jugado entre las algas Nostoc, habían saltado fuera del agua, además de ocultarse detrás de grandes rocas. Alrededor de ellos pululaban muchos peces, cangrejos y una gran cantidad de plancton.
Un día vino una familia de plancton a ellos, triste y enojada al mismo tiempo:
“Usted se ha comido a nuestro hijo!”, Dijeron a Engraulis.
Cuando Engraulis vio el duelo de la familia, se sintió muy mal y decidió que a partir de ese momento no buscaría animales sino solamente plantas para alimentarse. Después de unos días Engraulis cayó enfermo, lucía muy delgado y su hermana Huayna intentaba en vano almentarlo con los pequeños animales acuáticos del lugar para que de nuevo estar fuerte y saludable. Finalmente, Engraulis murió.
Huayna, muy triste, fue a la familia de plancton, para informarles de la muerte de su hermano. Todos lo lamentaron. La familia de plancton lamentaba profundamente la muerte de Engraulis, quedando todos muy tristes.
Juntos Huayna y la familia de plancton se pultaron a Engraulis en el mar, directamente debajo del alga Nostoc. Pronto vinieron las bacterias diminutas y Engraulis se transformó en tierra rica en nutrientes, y el alga Nostoc se hizo la mayor y más hermosa planta del barrio. Muchos otros animales como el cangrejo Hepatus o el caballito del mar Hippocampus, cuando tenían hambre, comían la gran alga Nostoc de modo que la muerte de Engraulis y del hijo de la familia plancton salvaron muchas otras vidas.
Huayna y la familia de plancton ahora comprendían que su pérdida era un gran beneficio para otros, y que al final nada se pierde. Así pues, no tuvieron más miedo, de que algún día fuesen comidos por ser esto el comienzo de una nueva vida.









